Hauptversammlung in Mehringen – Feuerwehr will ins Netz gehen

Die Mehringer Feuerwehr hat weiterhin Schwierigkeiten, die Dienstbereitschaft an Werktagen zu garantieren. Ansonsten wird auf der Jahreshauptversammlung ein positives Resümee gezogen.

Die Kameraden aus Mehringen mussten im vergangenen Jahr unter anderem bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 6 bei Schackstedt ausrücken. Bei diesem Unfall kam ein Mensch ums Leben. (Bild: Frank Gehrmann)
Die Kameraden aus Mehringen mussten im vergangenen Jahr unter anderem bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 6 bei Schackstedt ausrücken. Bei diesem Unfall kam ein Mensch ums Leben. (Bild: Frank Gehrmann)

Mehringen/MZ. Insgesamt waren die Mehringer Feuerwehrmänner und Frauen im vergangenen Jahr 237,5 Stunden im Einsatz. Sie mussten zwölf Mal ausrücken – vier Mal weniger als 2013. Wehrleiter Axel Trimpert hat am Samstagabend Bilanz auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr gezogen. Um im neuen Jahr zeitgemäß reagieren zu können, brauche man im Gerätehaus dringend einen Internetanschluss. „Alles soll nur noch über E-Mail geregelt werden“, sagt der Wehrleiter. Es wäre einfacher, wenn das vom Gerätehaus aus zu erledigen sei. Bislang schreibt Trimpert noch von zu Hause.

Seit zwei Jahren soll auch dem Vordach des Gerätehauses ein neuer Farbanstrich verpasst werden. Im kommenden Jahr wird ein Arbeitseinsatz auf mehrere Tage verteilt, damit es endlich klappt. Mit Blick auf Oberbürgermeister Andreas Michelmann (Widab), wünscht sich die Wehr zudem endlich eine Lösung für den Hof, der oft unter Wasser steht, sobald es regnet. Auch der Bauwirtschaftshof, der sich nebenan befindet, muss mit seinen Fahrzeugen und Geräten durch Wasser und Schlamm fahren. Michelmann verspricht, sich um eine Lösung des Problems zu kümmern.

Ansonsten zog Axel Trimpert ein positives Resümee. Im Vergleich zu den Vorjahren sei es ruhig zugegangen. Kein Hochwasser wie 2013 und kein extremes Unwetter wie 2011. Auch sei die Wehr gut aufgestellt. Nur werktags von 6 Uhr bis 18 Uhr sei es nach wie vor nicht immer einfach, die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Das liege daran, dass viele Kameraden auf Montage sind oder anderorts beruflich zu tun haben. Die Mehringer Wehr steht nicht allein vor diesem Problem (die MZ berichtete).

Im Vergleich zu 2013 hat sich die Zahl der aktiven Einsatzkräfte um fünf Kameraden erhöht. Somit stehen derzeit 36 Feuerwehrmänner zur Verfügung. Im vergangenen Jahr musste die Feuerwehr auch wegen verunglückten und eingeklemmten Personen in Fahrzeugen ausrücken und wegen eines Wasserschadens im Jugendclub. Drei Kameraden wechseln in diesem Jahr aus der Jugendwehr in die aktive Abteilung. Darauf ist der Wehrleiter stolz, denn es zeigt, dass sich die Jugendarbeit auszahlt.

Martin Bork, Jugendwart der Mehringer Wehr, hat für den Nachwuchs auch nur lobende Worte übrig. Die Aktion „24 Stunden Feuerwehrmann“, die einmal im Jahr durchgeführt wird, brachte den Mehringer Kameraden sogar ein neues Mitglied. Mit ihm sind 21 Jugendliche in der Jugendwehr. 14 von ihnen sind Mädchen. Doch selbst die ganz Kleinen kennen sich mit den Geräten und Utensilien aus. Sechs Kinder machen die Kinderwehr aus.

„Nachwuchs ist wichtig, sonst ist irgendwann keiner mehr da, der die hochmoderne Technik bedienen kann“, sagt Andreas Pupke. Stellvertretend für den Mehringer Ortsbürgermeister richtet er diese Grußworte an die Kameraden. Er begrüßte, dass man durch gezielte Aktionen versucht, dem rapiden Mitgliederschwund entgegenzuwirken, „denn die Feuerwehr rettet nicht nur Leben, sondern bereichert das Dorfleben auch auf kultureller Ebene“.

Mitteldeutsche Zeitung, von Anne Schneemelcher, 08.02.2015 18:45 Uhr